[Rezension] “Die weichgekochte Erde” sorgt sich um den Klimawandel

"Die weichgekochte Erde" aus dem Alibri-Verlag setzt sich mit dem Klimawandel auseinander. (Foto: Nadine Jansen)

Sich einem Thema wie dem Klimawandel zu nähern und es kindgerecht herunterzubrechen, ist eine kniffelige Aufgabe. Der haben sich Émilie Hubert und Maud Roegiers in “Die weichgekochte Erde” gestellt. Das Kinderbuch aus dem Alibri-Verlag wirbt selbst damit, dass sich das Buch auf originelle Wese mit den drängenden Fragen des Klimawandels beschäftige.

Originelle Idee zum Buch

Originell ist die Idee zum Buch – ohne Frage: Der Astronom Professor Neugierig beobachtet durch sein Teleskop, wie rote Briefe aus dem Weltall auf die Erde flattern. Die Menschen aus dem Dorf in der Nähe des Observatoriums sind in heller Aufregung. Der Professor später auch, denn er sieht durch sein Teleskop, dass mehrere Planeten geplatzt, gespalten und zerbrochen sind. So viel zur Grundidee.

Doch wer hat den geheimnisvollen Brief geschrieben? Welches Geschenk wollen die Menschen unbedingt haben? Warum genau sind die Planeten zerbrochen? Die Handlung lässt selbst Erwachsene etwas ratlos zurück. Das ganze Dorf hätte die Geschenke ausprobiert, heißt es da. Nur wenige Tage später sei die ganze Welt in diesem Wahnsinn gefangen. Und das Schlafzimmer des Observatoriums sei heiß geworden. Und während es sonst die Kinder sind, die die Erwachsenen mit Fragen löchern, bleibt hier auch beim erwachsenen Leser die Frage nach dem “Warum?” zurück.

Geschichte wirft zusätzliche Fragen auf

Die Erklärung: Die Erde bekäme einen Riss, da sie gekocht worden sei wie ein weichgekochtes Ei. Die Illustrationen von Maud Roegiers alle passend und präzise. Die Geschichte von Autorin Émilie Hubert, die eigentlich über den Klimawandel aufklären will, lässt hingegen mehr Fragen als Antworten zurück. Doch sollte ein Kinderbuch, das aufklären will, nicht genau diese Antworten geben?

Aufgefangen wird die nicht ganz schlüssige Handlung durch zwei Infoseiten im hinteren Teil des Buches. “Die Erwärmung der Erde, was ist das eigentlich genau?” und “Was sind die Auswirkungen” sind zwei der Fragen, die hier beantwortet werden. Wohlgemerkt – so die Verlagsangaben – für Kinder ab einem Alter von sechs Jahren. Sollte man aber von Kindergarten-Kindern und Grundschülern der ersten Klasse wirklich schon Begriffe wie “Biodiversität” voraussetzen? Und weiß ein derart junges Kind wirklich, was “nachhaltig” bedeutet?

Mehrere Schwächen und Ungenauigkeiten

Auch hier weist “Die weichgekochte Erde” wieder einige Schwächen und Ungenauigkeiten auf. Zusammen mit vereinzelten Rechtschreibfehlern, mehrfach verwendeten Formulierungen wie “Das ganze Dorf ist in Aufruhr.” oder “Das ganze Dorf probiert die Geschenke aus.” und schiefen Sätzen wie “Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir unsere Lebensweise verändern, wie wir essen und uns bewegen.” fällt dieses Kinderbuch nicht gerade in den Bereich “Lesevergnügen”. Darüber, dass es anfangs auch wenig lesefreundlich ist, da vereinzelte Textpassagen auf dunkleren Farben gedruckt sind und mal ein paar (schwarze) Buchstaben vom Dunkelblau der Weltmeere fast verschluckt werden, mag man da schon wohlwollend hinwegsehen.

Schade eigentlich, denn ein wirklich gutes Kinderbuch zum Klimawandel hätte es definitiv gebraucht…

 

Bibliographische Angaben

  • Autorin: Émilie Hubert / Illustratorin: Maud Roegiers
  • Titel: “Die weichgekochte Erde”
  • Verlag: Alibri
  • Seitenzahl: 32 Seiten
  • ISBN: 978-3865692634
  • Preis: 16 Euro
  • Empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren

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Nadine
Über Nadine 219 Artikel
Freie Journalistin, Redakteurin sowie Geprüfte Übersetzerin für Italienisch - und Mama einer zweijährigen Kitamaus, die das Leben ganz schön spannend macht.

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