Leben im Sperrgebiet: Schulschließungen könnten noch Wochen dauern…

So, da bin ich wieder. Wie versprochen geht es hier weiter, aber das Wochenende Pause war mal dringend nötig. Irgendwie ist es zunehmend anstrengender. Sozialkontakte fehlen. Klar, die hat man übers Netz auch. Aber so ein richtiges zusammen Zeit verbringen, zusammen lachen, was anderes sehen als die eigenen vier Wände. Immerhin weiß ich jetzt, was ich hier demnächst renovieren möchte. Passiert halt, wenn man zu lange auf bestimmte Ecken starrt. ?

Schulschließungen könnten noch Wochen andauern

Neue Woche – und dann? Nun ja, wir warten weiter ab. Gestern Abend hat die Schulministerin live im Fernsehen gesprochen. Offiziell dauert die Ausgangssperre bis zum 13. April 2020 an. Das wäre nur noch eine Woche, aber Ihr seht die Zahlen ja selbst: Es ist noch viel zu früh. Und genau das hat die Ministerin auch deutlich gemacht. Schulen und Kindergärten öffnen erst dann wieder, wenn das Coronavirus es zulässt. Es ist nicht sicher, ob die italienischen Abiturienten bis zum 18. Mai 2020 überhaupt in die Schulen zurückkehren können. Sie werden entweder von einer internen Kommission geprüft (in der Schule) oder aber mündlich in allen Prüfungsfächern online.  Die Kinder, die die Mittelschule abschließen, werden statt der üblichen Abschlussprüfung vermutlich eine Ausarbeitung abgeben müssen (näher erklärt worden ist dies nicht) – und dann ist da auch noch das: Es kann sein, dass die Kinder dieses Schuljahr (endet an staatlichen Schulen Anfang/Mitte Juni) in diesem Schuljahr gar nicht in die Klassenräume zurückkehren und auch ist der Online-Unterricht zu Beginn des neuen Schuljahres (ab Mitte September) weiterhin eine Option.

EMERGENZA CORONAVIRUS: FIERI DI COME STA REAGENDO LA SCUOLA ITALIANA

Vogliamo sostenere il grande lavoro che stanno portando avanti i docenti insieme ai loro studenti. La scuola sta reagendo con grande forza all'emergenza e il Paese può esserne fiero.

Gepostet von Lucia Azzolina am Sonntag, 5. April 2020

Es werden definitiv lange Wochen – auch für Kindergarten-Kinder, die das gemeinsame Spielen mit den anderen Kindern ihrer Gruppe und ihren Freunden so sehr vermissen.

So startet die Woche in Italien…

Deshalb ist es für uns erst einmal auch eine ganz positive Nachricht, dass ab morgen auch in unserem Kindergarten der Online-Unterricht beginnt. Aufgeteilt in zwei Gruppen werden jeweils sieben bis acht Kinder so ihre Erzieherinnen wiedersehen – und natürlich auch einige der Kinder der eigenen Gruppe. Unsere Tochter hat sogar das Glück, dass in der Schaltung ihrer Gruppe auch ihre beste Freundin zu sehen ist. Deshalb bin ich schon ganz gespannt auf die morgige Umsetzung.

Die Vorbereitungen sind relativ überschaubar. Wir mussten uns einen Online-Account einrichten, müssen ein paar Bastelsachen bereitlegen und morgen daneben sitzen, wenn die Kleinen mit ihrer Kunsterzieherin zusammen live basteln. Zwei Tage später dann der erste Englisch-Unterricht. Spielerisch auch das, ebenfalls mit gemeinsamem Basteln. Ich jedenfalls bin ganz gespannt, wie das morgen ablaufen wird – und vor allem auch, ob dann acht Kinder gebannt vor den Bildschirmen und wirklich mitarbeiten werden. Die Jüngsten sind gerade vier Jahre alt geworden, die Ältesten gerade fünf Jahre. Natürlich wäre es mir lieber, wenn sie irgendwann wieder miteinander herumtoben könnten, aber erst einmal bleibt das in weiter Ferne.

Was fehlt Euch während der Ausgangssperre am meisten?

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Unser Wochenende in Italien

Wenn ich nun schreibe, dass wir am Wochenende zu Hause waren, verrate ich ja nicht zu viel. Es ist hier nun einmal so – und das schon seit gut einem Monat. Aber trotzdem haben wir versucht, hier stückchenweise in die Normalität zurückzukommen.

Es gibt hier mehrere Restaurants, die einen Lieferservice anbieten, da das die einzige Möglichkeit ist, den Betrieb etwas aufrechtzuerhalten. Das haben wir am Freitagabend gemacht. Und abgesehen davon, dass es richtig lecker war, hat es einfach gut getan, weil es sich nach etwas mehr Normalität anfühlt. Und wir werden diesen Freitag auch wieder bestellen (abgesehen davon, dass es einen 10-Prozent-Gutschein für den Fall gab, dass wir genau diesen Freitag noch eine Bestellung absetzen. ?)

Ansonsten haben wir noch das hier getan:

  • telefoniert (über vollkommen banale Dinge – jetzt sind wir an dem Punkt, an dem wir uns mit Freunden darüber austauschen, wer was gegessen hat und Supermarkt-Besuche zu den Highlights der Woche werden…)
  • ich habe ein bisschen mit einer Seite herumgetüftelt (und habe danach erkannt: Es gibt schon Gründe, warum es dafür Experten gibt!)
  • Die Erkenntnis: Wir brauchen einen neuen Fernseher! Unser ist so alt, dass nicht einmal der Amazon-Firestick funktioniert. Aber irgendwie wäre es schon schöner, den irgendwann live in einem Geschäft auszusuchen…
  • Wir haben Spielzeug sortiert (es gibt immer so viele Kleinteile, die jetzt aber alle bei den anderen richtigen Kleinteilen sind).
  • Unsere Balkonkästen sind von all dem befreit, was da nicht mehr hingehört (Unkraut und Blumen, die man vermutlich niemals retten kann…)
  • Ich habe es tatsächlich geschafft, am Wochenende mit “Das Geschenk” (Amazon-Link) einen kompletten Thriller von Sebastian Fitzek durchzulesen. Jetzt brauche ich aber unbedingt was Lustiges! ?
  • Wir arbeiten mit Pappmaché. Wie gut, dass ich in den Untiefen unseres Schranks noch Tapetenkleister gefunden habe. Allerdings hatte ich keine Ahnung mehr, dass das eeewig braucht um zu trocknen. Aber sehen wir es positiv: Derzeit haben wir absolut keine Eile.

Ihr könnt diese Seite natürlich auch ganz einfach teilen, falls Ihr Freunde oder Bekannte habt, die sich für die Situation in Italien interessieren. Passt auf Euch auf! <3

Gepostet von Coronavirus in Italien am Samstag, 14. März 2020

 

6. April 2020: Die Zahlen des Tages

Diese Zahlen gab der Zivilschutz am heutigen Abend bekannt:

  • 636 Tote (16.523 Tote insgesamt in Italien).
  • 3599 neue Coronafälle (mehr als 1000 weniger als noch am Freitag, jetzt insgesamt 132.547 Infektionen)
  • 22.837 Personen gelten als geheilt (das sind knapp 6000 Personen mehr als am Freitag)
  • 93.187 Personen sind aktuell erkrankt (seit Freitag sind also 10.000 zusätzliche Patienten zu behandeln / 3898 Personen befinden sich in einem kritischem Zustand)

Situation bei uns in den Marken

Auch am Wochenende kamen weitere positive Tests bei uns in der Region dazu.

Bislang wurden 4614 Personen in den Marken positiv getestet (davon sind 612 Personen im Alter zwischen 27 und 97 Jahren verstorben, 40 Personen gelten in den Marken als genesen. Die erste Person in den Marken wurde am 25. Februar 2020 positiv getestet.

Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerungszahl in den Marken von 1.525.271 Personen beträgt das Ansteckungsrisiko derzeit 1: 330 (Ende vergangener Woche betrug das Ansteckungsrisiko noch 1: 371)Da in Italien davon ausgegangen wird, dass die Dunkelziffer der positiven Personen in etwa zehnmal so hoch ist, ist auch das Ansteckungsrisiko um ein Vielfaches höher als hier angegeben.

Aktuell sind 1141 Personen in den Marken wegen des Coronavirus in den Krankenhäusern untergebracht (das sind neun weniger als Ende vergangener Woche). 140 liegen auf den Intensivstationen (24 Personen weniger), 286 weitere auf der Intensivzwischenpflege (19 weniger).

Wie viele Personen aktuell genesen sind, kann man leider gar nicht mehr genau sagen. Ende vergangener Woche waren es 40 Personen. Diese Angabe bezog sich allein auf die Anzahl derer, bei denen auch eine zweite Abstrichkontrolle nach 24 Stunden und nach vorheriger Erkrankung das gleiche Ergebnis zeigte: negativ. Jetzt wird die Zahl der Genesenen mit der Zahl derer zusammengefasst, die aus den Krankenhäusern entlassen werden konnten: Das sind 296 Personen insgesamt.

Nadine
Über Nadine 309 Artikel
Freie Journalistin, Redakteurin sowie Geprüfte Übersetzerin für Italienisch - und Mama einer zweijährigen Kitamaus, die das Leben ganz schön spannend macht.

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