“Wie der Bär zu seinen Farben kam”

Rezension

Mit Spannung liest dieser Buch die Geschichte seines Artgenossen.

Haben Eure Kinder sich schon einmal Gedanken gemacht, wie überhaupt Figuren in die Bücher kommen und warum nicht alle Farben haben? Manchmal hat der Zeichner schlichtweg keine Lust, jedes Bild zu kolorieren. So geschehen bei “Wie der Bär zu seinen Farben kam” von Ingo Siegner, den einige von Euch schon als Autor von “Der kleine Drache Kokosnuss” kennen.

Darum geht es in “Wie der Bär zu seinen Farben kam”

Der Bär jedoch ist über sein Schwarz-Weiß-Dasein überhaupt nicht glücklich. Gespräche mit dem Zeichner und etwas Betteln helfen gar nicht. Der Illustrator hat keine Lust, dem Bären entgegenzukommen. Die logische Konsequenz: Der Bär verlässt das Buch. Er reist durch die Welt und sogar bis auf den Mond. Immer auf der Suche nach den schönsten und kräftigsten Farben. Und tatsächlich bekommt er bei seinen Begegnungen verschiedene Buntstifte geschenkt. Mit denen macht er sich auf den Heimweg und hofft darauf, dass der Zeichner nun Erbarmen hat. Der ist über die Stifte mehr als überrascht und der Bär versucht erneut, ihn davon zu überzeugen, ihn doch endlich anzumalen…

Ja, und wie kam der Bär nun eigentlich zu seinen Farben? (Fotos: Nadine Jansen)

Einschätzung des Kinderbuches

Autor Ingo Siegner hatte bei “Wie der Bär zu seinen Farben kam” eine ganz niedliche Grundidee und auch eine, die Kinder beim Zuhören amüsiert. Wann sonst hat schon mal ein kleiner, grummeliger Bär einfach so ein Buch verlassen? Die Reise des Bären bleibt vor allem aufgrund der mit kräftigen Farben versehenen Bildern interessant und auch, weil der Bär zu Zielen reist, die Kinder von jeher faszinieren. Alles ist knallig bunt – nur eben der Held dieses Buches nicht.

Schade jedoch, dass die Sprache teilweise reduziert ist und einiges dadurch repetitiv wirkt. “Der Bär freut sich: Blau!”, “Der Bär freut sich: Rot!”. Auch die Beschränkung auf die Verben “sagen” und “fragen”, die ohne Alternativen bei jedem Gespräch zwischen Bär und Zeichner verwendet werden, ist ermüdend. Dennoch ist das Buch schnell gelesen und weist ein passendes Verhältnis von Text und Zeichnung auf, so dass selbst Kleinkinder beim Vorlesen weiterhin aufmerksam bleiben.

Der Illustrator will dem Bären keine Farben verpassen? Notfalls helfen wir!

Einsatz in Kita, Kindergarten und Schule

“Wie der Bär zu seinen Farben kam” ist eher für die Kleineren geeignet. Zu Ende der  Krippenzeit oder zu Beginn der Kindergartenzeit bietet sich der Einsatz dieses Buches besonders an. Gut kann das Buch auch in den Kita-Alltag oder ein kleines (Farb-)Projekt eingebaut werden. Warum nicht alle Kinder im Anschluss selbst einen Bären ausmalen lassen? Wählen sie die gleichen Farben wie der Illustrator? Und was passiert, wenn man Gelb, Rot und Blau miteinander vermischt? Erzieher können sich mit Kindern über deren Lieblingsfarben unterhalten und Stimmungen abfragen. Bist Du ebenfalls traurig, wenn Deine Sachen nicht bunt sind? Was ziehst Du am liebsten an? Und wer entscheidet zu Hause oder beim Einkaufen über die Kleidung?

Kurzeinschätzung von “Wie der Bär zu seinen Farben kam” 

Kindgerecht geschrieben, leicht verständlicher Wortschatz für die Kleinen, ein sympathischer kleiner Bär, den man einfach lieb haben muss und eine wirklich gute Idee. Unsere Kitamaus hat dieses Buch übrigens auf den Stapel mit ihren Lieblingsbüchern gelegt. Bei unserer kleinen Bilderbuch-Testerin also ein voller Erfolg!

Weitere Angaben zum Buch

  • Titel: “Wie der Bär zu seinen Farben kam”
  • Autor/Illustrator: Ingo Siegner
  • Verlag: cbj Kinder- und Jugendbuchverlag
  • Seitenzahl: 48 Seiten
  • ISBN: 978-3-570-17582-8
  • Preis: 12 Euro
  • Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren / Kitamaus-Einschätzung: eher bis zu einem Alter von maximal 4 Jahren, da die Sprache sehr einfach gehalten ist

Direkt bestellen könnt Ihr das Buch hier.

Ihr sucht noch nach weiteren Ideen für Eure Kinder oder für den Einsatz in Kita und Schule? Dann stöbert doch mal in unserer Rubrik Spielzeug & Bücher.

Nadine
Über Nadine 241 Artikel
Freie Journalistin, Redakteurin sowie Geprüfte Übersetzerin für Italienisch - und Mama einer zweijährigen Kitamaus, die das Leben ganz schön spannend macht.

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