Studie: Motivation der Eltern wirkt sich auf Schulleistung aus

Sind die Eltern nicht motiviert, zeigen auch die Kinder oft schlechtere Schulleistungen. (Foto: Adobe Stock / sakkmesterke)

Ist das Interesse der Eltern an einem Schulfach vorhanden, so schneiden auch die Kinder besser ab. Sind die Eltern nicht motiviert, sind es auch die Kinder nicht. Das ist das Ergebnis einer Studie des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen. Klares Fazit: Die Motivation der Eltern beeinflusst die Schulleistung.

Um die Faktoren auszumachen, die sich innerhalb einer Familie günstig auf die Schulleistung auswirken oder eher hinderlich sind, wurden von den Tübinger Bildungsforschern 1500 Kinder aus neunten Klassen sowie ihre Eltern befragt. Helfen Eltern bei den Hausaufgaben im Schulfach Mathematik? Wie schätzen sie ihre eigenen mathematischen Fähigkeiten ein? Wie viel Unterstützung benötigen die Kinder? Wie viel Zeit und Energie wird aufgebracht, um den Kindern zu helfen? Und ist die Familie grundsätzlich an Mathematik interessiert? Das waren nur einige der Fragen, die die Eltern beantworten mussten. Die Schüler hingegen sollten – zweimal im Abstand von fünf Monaten – ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen. Außerdem wurden sie zum Arbeitsaufwand und ihrem Interesse für das Fach Mathematik befragt. Zusätzlich werteten die Forscher ihre Leistungen und Noten aus.

Wie wirkt sich das Interesse von Eltern auf die Schulleistung aus?

Die Tübinger Bildungsforscher fanden heraus, dass es ganz bestimmte Merkmale innerhalb einer Familie gibt, die gute Leistungen begünstigen. Und zwar weniger die Intensität der Unterstützung an für sich, sondern vielmehr das Interesse am Fach. Zeigten Eltern Interesse am Fach Mathematik, so waren auch die Leistungen der Kinder besser. Waren sie selbst hingegen eher uninteressiert und schätzten ihre eigenen mathematischen Kenntnisse als weniger gut ein, so färbte das auch auf die Kinder ab. Dabei war es egal, ob die Eltern bei den Hausaufgaben halfen oder nicht. Deshalb, so ein Fazit der Studie, sei es problematisch, gute oder schlechte Leistungen der Kind nur darauf zurückzuführen, ob Eltern ihre Kinder bei ihren Hausaufgaben unterstützen. Es könne stattdessen sogar problematisch sein, wenn Eltern zu engagiert seien, da die Schüler dies als Kontrolle auffassen könnten. Ihr Selbstvertrauen in die eigene Leistung könne dadurch sinken und die Leistung sich verschlechtern.

Die besten Voraussetzungen hätten Kinder, deren Eltern durch das eigene Interesse an Mathematik zu begeistern wüssten. Ergebnisse der Studie wurden im Mai 2017 in der Fachzeitschrift “Child Development” veröffentlicht.

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Nadine
Über Nadine 223 Artikel
Freie Journalistin, Redakteurin sowie Geprüfte Übersetzerin für Italienisch - und Mama einer zweijährigen Kitamaus, die das Leben ganz schön spannend macht.

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