Italien: 80.000 Kinder vom Kindergartenbesuch ausgeschlossen

Die Impfpflicht in Italien hat für viele Kindergartenkinder Folgen. (Foto: Alexander Raths / Adobe Stock)

Seit Mitte September sind die Kindergartenferien in Italien offiziell vorbei. Rund 80.000 Kinder jedoch müssen zu Hause bleiben. Da sie nicht über einen ausreichenden Impfschutz verfügen, wurden sie vom Kindergartenbesuch ausgeschlossen.

Impfpflicht mit Folgen für Kindergartenkinder

Keine Chance damit für zahlreiche Kinder, in den ersten Lebensjahren in einer Kinderkrippe oder einem Kindergarten betreut zu werden. Während im vergangenen Schuljahr nach Einführung des Lorenzin-Dekretes im Jahr 2017 noch eine Selbstauskunft der Eltern zum Impfstatus ihrer Kinder akzeptiert wurde, reicht diese ab sofort nicht mehr aus. Mehr als 80.000 Kinder in Italien haben zu diesem Schuljahr ihren Kindergartenplatz verloren oder aber erst gar keinen erhalten. Hinzu kommen Kinder im Alter von bis zu drei Jahren, die in keiner Krippe oder anderen Betreuungseinrichtungen aufgenommen werden dürfen. Zwischen staatlichen und privaten Kitas wird dabei kein Unterschied gemacht.

Pflichtimpfungen in Italien

Je nach Geburtsjahr gibt es in Italien derzeit bis zu zehn Pflichtimpfungen, die alle Grundvoraussetzung für den Besuch einer Kita oder eines Kindergartens sind. Dazu zählen:

  • Kinderlähmung
  • Diphterie
  • Tetanus
  • Hepatitis B
  • Keuchhusen
  • Haemophlius influenzae B
  • Masern
  • Röteln
  • Mumps
  • Windpocken

Desweiteren werden Impfungen gegen Pneumokokken, Meningokokken B, Meningokokken C und das Rotavirus empfohlen. Von den Impfungen befreit sind lediglich Kinder, bei denen schwerwiegende gesundheitliche Gründe vorliegen.

Impfschutz in Italien

Durch die Einführung der Impfpflicht hat sich der Impfschutz der italienischen Bevölkerung bereits etwas verbessert. Dazu haben auch engmaschige Kontrollen der Behörden zur Impfpflicht (Klick) beigetragen. So beträgt die Impfrate bei Kindern, die die erste Masernschutzimpfung erhalten haben derzeit 93,22 Prozent. Das sind 1,38 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Um in der Bevölkerung für eine Gruppenimmunität zu sorgen, ist laut WHO jedoch eine Impfquote von mindestens 95 Prozent erforderlich. Davon etwa ist die Provinz Bozen noch weit entfernt. Hier liegt die Durchimpfungsquote bei unter 90 Prozent.

In Hinblick auf die Polio-Schutzimpfung sieht es etwas besser aus. Bei Kindern im Alter von 24 Monaten wurde in 14 Regionen eine Impfquote von bereits mehr als 95 Prozent erreicht. Zwei weitere Regionen befinden sich nahe der 95-Prozent-Marke. Auch hier jedoch ist die Provinz Bozen mit einer Impfquote von nur 83,33 Prozent weit abgeschlagen. (nja)

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Nadine
Über Nadine 242 Artikel
Freie Journalistin, Redakteurin sowie Geprüfte Übersetzerin für Italienisch - und Mama einer zweijährigen Kitamaus, die das Leben ganz schön spannend macht.

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