Polizei Gütersloh: Der komplette Brandbrief an rücksichtslose Helikopter-Eltern

In einem Brandbrief richtet sich die Polizei Gütersloh an Eltern von Grundschülern. (Symbolfoto: nmann77 /Adobe Stock)

Besorgt ums eigene Kind, nicht interessiert am Wohlergehen anderer. Das gibt es in etlichen Ausprägungen. Nehmen wir einmal einen Vater mit großem Beschützerinstinkt – seinen eigenen Kindern gegenüber wohlgemerkt. Er fährt sie mit dem Auto zur Schule, parkt den Wagen direkt vor dem Schulbereich, begleitet beide Kinder zum Eingang der Schule. Damit sie sicher ankommen. Damit ihnen nichts passiert. Damit sie auf dem Schulweg kein Risiko eingehen. Beide Kinder sind noch Grundschüler. Er beschützt sie so gut es geht. Soweit auch nicht verwerflich, sondern vollkommen verständlich. Wer beschützt sein Kinder nicht? Wer will sie nicht sicher in der Schule oder im Kindergarten wissen?

Eigene Kinder abgeliefert – und dann das…

Doch dann das: Er eilt zurück zum Auto, setzt sich hinein, weiß beide Kinder wohlbehütet in der Schule. Er hat sie immerhin direkt bis zum Eingang begleitet. Dann gibt er Gas. Er startet so schnell und rücksichtslos, dass er einem neunjährigen Mädchen, das sich mit einer Freundin auf dem Gehweg vor der Grundschule befindet, über den Fuß fährt. Das Kind wird leicht verletzt, der 33-jährige Mann flüchtet. Klingt nach einem erfundenen Szenario. Ist es aber nicht. Genau so hat es sich vor ein paar Tagen in Gütersloh zugetragen. Der Mann konnte durch Hinweise von Lehrern ermittelt werden, die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Der komplette Brandbrief der Polizei Gütersloh

Der Brandbrief, den die Polizei Gütersloh direkt im Anschluss an den “Unfall” veröffentlichte, bleibt aktuell. Hier der komplette Brief (unter Ausklammerung der Suche nach dem Unfallfahrer, der mittlerweile bekannt ist):

 

Liebe Eltern von Grundschulkindern,

wir verstehen, dass Sie alles daran setzen, Ihre Kinder zu beschützen und es ihnen im Leben so leicht wie möglich zu machen. Allerdings haben wir keinerlei Verständnis dafür, wenn einige von Ihnen Ihr eigenes Kind beschützen, sich aber absolut rücksichtslos gegenüber anderen Kindern verhalten.

Sicher haben Sie gehört und sind von vielen Seiten darauf hingewiesen worden, dass es wichtig ist, dass Kinder das richtige Verhalten im Straßenverkehr lernen. Dazu gehört auch das Einüben des sichersten Weges zur Schule.

Das lernen Ihre Kinder aber nicht, wenn Sie sie direkt vor den Schulhof fahren und dann auch noch zum Eingang bringen.

Ihre Kinder sind dann sicher auf dem Schulgelände…. und die anderen Kinder, die alleine unterwegs sind?

Denen fahren Sie über den Fuß, weil Sie schnell weiter müssen.

Kein schlechter Scherz – genau dieser Sachverhalt hat sich am Mittwochmorgen (12.09.) vor der Grundschule in Gütersloh-Friedrichsdorf am Pelikanweg ereignet.

[…]

Immer mehr Kinder werden in den letzten Jahren von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Das führt häufig zu gefährlichen Verkehrssituationen vor den Schulen, beeinträchtigt die Entwicklung der Kinder und belastet die Umwelt.

Kinder sollten jedoch umfassend an den Straßenverkehr herangeführt werden, um sie zu stärken und ihnen zu ermöglichen, dass sie ihre Schulwege alleine, sicher und selbständig zurücklegen.

Der eigenständig gegangene Schulweg ermöglicht den Kindern wertvolle persönliche Erlebnisse – nicht vorbestimmt durch die Erwachsenenwelt. Die Kinder werden durch ihre erweiterte Mobilität gestärkt. Sie erhalten Verantwortung für ihren eigenen Schulweg und die damit verbundene Zeit. Sie erleben selbstbestimmt ihre Umwelt, stärken ihren Orientierungssinn und können sich mit anderen Kindern austauschen.

Üben Sie daher mit Ihren Kindern den eigenständigen Weg zur Schule! Da Sie Ihre Kinder täglich erleben, ihre Stärken und Schwächen kennen, können Sie auf das Verhalten im Straßenverkehr besonders positiv einwirken.

Wählen Sie dabei den sichersten, nicht den kürzesten, Weg zur Schule.

An gefährlichen Stellen können Sie sich beispielsweise mit anderen Eltern absprechen und den Kindern abwechselnd Hilfestellung geben, wie etwa beim Überqueren befahrener Straßen.

Achten Sie bitte auf reflektierende Materialien an der Kleidung Ihrer Kinder und an Sportbeuteln und Schultornistern.

Schicken Sie die Kinder rechtzeitig los, Eile und Hektik auf dem Schulweg vermindern die Konzentration und erhöhen das Gefahrenpotenzial.

Haben Sie noch Fragen zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr oder brauchen Sie sonst Tipps oder Unterstützung? Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne, Telefon 05241 869-0!

(Quelle: Polizei Gütersloh)

 Habt Ihr vor der Schule oder in anderem Umfeld auch schon einmal rücksichtslose Eltern erlebt? Dann berichtet gerne davon. Entweder per Kommentar unter diesem Blogbeitrag – oder auf Facebook!   [Werbung] Ihr braucht noch Reflektorwesten? Bei anderen Eltern sehr beliebte Reflektorwesten mit hervorragenden Bewertungen gibt es über diesen Link: *https://amzn.to/2xhacvt (auch in einer anderen Farbe erhältlich)

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Andere Texte über Schulkinder? Klar, die gibt es hier auch:  http://kitamaus.de/category/schulkinder/

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Nadine
Über Nadine 159 Artikel
Freie Journalistin, Redakteurin sowie Geprüfte Übersetzerin für Italienisch - und Mama einer zweijährigen Kitamaus, die das Leben ganz schön spannend macht.

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