Auf die Katze gekommen – Wenn aus dem kleinen Kater ein XXL-Format wird

Der Prinz auf der Erbse: Drei Kissen fände Zip wohl noch gemütlicher. (Fotos: Mareike Kuhn)

Ein Hundemensch. Das war ich eigentlich schon immer. Seit jüngster Kindheit an – ich war halt auf den Dackel (später in Mehrzahl) meiner Lieblingstante geprägt. Bis Lou in mein Leben getreten ist. Lou war der Kater meines damals noch zukünftigen Mannes. Die erste Katze in meinem Leben, die nicht mit gesträubtem Fell und fauchend vor mir weggelaufen ist – nur weil ich fröhlich auf sie zugestürzt bin. Lou kam ebenso fröhlich in meine Arme gestürzt, hat sich streicheln und liebkosen lassen. Leider habe ich Lou nur zwei Mal gesehen. Er wurde überfahren.

Zip hatte nicht nur eine Augenentzündung, er hatte auch Flöhe, als wir ihn bekommen haben.

Dann kam Zip. Nicht einfach so. Ich musste ihn erst suchen. Bei meiner Internetrecherche bin ich auf die absurdesten Webseiten gestoßen, auf denen Katzen und Katzenbabys feilgeboten wurden. Darunter war auch eine belgische Second-Hand-Online-Plattform. Nach einer ganzen Weile bin ich auf eine Anzeige gestoßen, in der zwei kleine Katzenkinder gratis abzugeben waren. Die Katzenmama war eine Freigängerin und nicht sterilisiert. Das bedeutete ein Wurf nach dem anderen. Die Menschenmama war schlicht froh, wenn sie die Katzenkinder in gute Hände geben konnte.

Nach dem ersten Treffen mit dem Winzling war ich schockverliebt und konnte es kaum abwarten, ihn mitzunehmen. Aber damals war er noch zu jung. Also mussten wir noch zwei Monate warten. Als das Minikätzlein aus der Transportbox in unsere Wohnung entlassen wurde, war er zugegebenermaßen etwas geschockt. Aber er hat sich rasch eingewöhnt und uns als seine Familie akzeptiert.

Ein absoluter Schoßkater

Aus dem Minikater ist ein Kater im XXL-Format geworden.

Die Katze hatten wir damit, aber noch keinen Namen. Doch der fand sich schnell: Zip. Dieser Kosename hat in der Familie meines Mannes eine gewisse Tradition: Seine Mutter nannte ihn Zip, sein Sohnemann wurde Zippeke gerufen. Das alles nicht in Anlehnung an ein Dateiformat, sondern an eine Figur aus einer belgischen Kinder-TV-Serie der 70er Jahre. Unser Kater sah aus wie Zip in Katerform. Darum dieser Name.

Zip war und ist nun wieder ein absoluter Schoßkater. Beim Homeoffice war ich mitunter wie an meinen Stuhl vor dem Computerbildschirm genagelt. Dialoge wie: „Du, Zip – sorry, aber ich muss mal aufs Klo“, gefolgt von einem klaren Nein-Grummeln seitens der Katze, waren keine Seltenheit.

Mittlerweile ist Zip seit sechseinhalb Jahren unser Familienmitglied. Aus dem Minikaterchen von damals ist ein XXL-Kater geworden. Verglichen mit anderen Katern und Katzen in der Umgebung, ist er riesig. Er hat aber nicht das Herz eines Löwen, sondern eher das Herz eines kleinen Kaninchens mit einem wackelnden Näschen.


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Mareike
Über Mareike 18 Artikel
Freie Journalistin und Redakteurin, ab und zu auch Proofreaderin für ein Übersetzungsbüro. Außerdem Mama eines Dreijährigen, der sie liebend gern auf Trab hält.

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