Per Petition: Eltern in Bayern fordern Änderung des Stichtages für die Einschulung

Mit einer Petition hoffen Eltern in Bayern, den Stichtag für die Einschulung verschieben zu können. (Foto: PhotographyByMK / Adobe Stock)

Eltern in Bayern kämpfen derzeit wie Löwen dafür, dass ihre Kinder nicht zu früh zur Schule müssen. Mit einer an den bayerischen Landtag gerichteten Petition sollen Kultusminister Bernd Sibler (CSU) und Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) dazu bewegt werden, den Stichtag für die Einschulung zu ändern. Konkret fordert Dominique Franzen, Initiatorin der Petition, den Stichtag vom 30. September auf den 30. Juni vorzuverlegen – auch im Interesse ihres eigenen Sohnes, der noch mit fünf Jahren in die Schule müsste. Eine ähnliche Petition in Niedersachsen war erfolgreich.

Einschulung in Bayern

Momentan gilt im Freistaat, dass Kinder, die vor dem 30. September 2012 geboren wurden, bereits in diesem Jahr für das Schuljahr 2018/2019 eingeschult werden müssen. Eine Rückstellung von der Einschulung sei nicht oder nur sehr schwierig möglich, so Franzen. Einige der Kinder, die mit gerade einmal sechs Jahren oder gar noch mit fünf Jahren eingeschult würden, seien “zwar schulpflichtig, aber noch nicht schulfähig”. Das könne bei den Kindern zu Misserfolgs- und Frustrationserlebnissen führen – so wie bei einigen Kindern im Freundeskreis von Franzen, die besonders jung eingeschult worden seien und bereits in der ersten Klasse mit große Problemen zu kämpfen hätten.

Um genau das zu vermeiden, soll die am 7. Juni 2018 gestartete Petition dazu führen, dass Eltern von Kindern, die zwischen dem 1. Juli und 30. September eines Jahres Geburtstag haben, die Chance haben, zu einem späteren Zeitpunkt eingeschult zu werden. Insgesamt 24.000 Unterschriften werden bis Anfang Dezember für ein Quorum benötigt. Mehr als 3000 davon sind derzeit vorhanden.

Starke regionale Unterschiede in Deutschland

Das, was Domininque Franzen abgesehen von der persönlichen Betroffenheit zum Start der Petition veranlasst hat, ist auch die Quote von 14 Prozent Schulrückstellungen im Jahr 2016. Das spreche ihrer Meinung nach eine deutliche Sprache, zumal es sich dabei nur um die Kinder handele, bei denen die Rückstellung genehmigt worden sei. Also nicht um die, die dennoch eingeschult worden wären und nun Schwierigkeiten hätten. Besonders stören die Initiatorin auch die deutschlandweiten Unterschiede: Anfang Juli geborene Kinder aus Sachsen würden etwa im August 2018 mit bereits sieben Jahren eingeschult. Kinder aus Bayern, die Ende September Geburtstag hätten, müssten hingegen mit noch fünf Jahren die Schulbank drücken: “Ich halte es für nicht tragbar und eine Ungerechtigkeit, dass Kinder in ein- und demselben Land ein Jahr früher in die Schule müssen und somit nicht die gleichen Voraussetzungen für eine gute Schulbildung haben.”

So gelangt Ihr zur Petition

Dominique Franzen selbst wurde übrigens mit knapp sieben Jahren in Rheinland-Pfalz eingeschult, ihr Mann im gleichen Alter in Sachsen. In Sachsen gilt weiterhin der 30. Juni 2018 als Stichtag, in Rheinland-Pfalz ist es mittlerweile der 31. August.

Zur Petition von Dominique Franzen geht es hier entlang: https://www.openpetition.de/petition/online/aenderung-einschulungsstichtag-bayern-stoppt-die-frueheinschulung

 

Weitere Themen rund um Schulkinder findet Ihr hier: http://kitamaus.de/category/schulkinder/

Nadine
Über Nadine 241 Artikel
Freie Journalistin, Redakteurin sowie Geprüfte Übersetzerin für Italienisch - und Mama einer zweijährigen Kitamaus, die das Leben ganz schön spannend macht.

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